Inventarnummer
GKS1210
Objekttyp
Gemälde
Masse
54 x 71 cm
Beschreibung
René Victor Auberjonois wurde 1872 in eine wohlhabende Familie hinein geboren und konnte sich bis zum Tod seiner Mutter (1929) ohne finanzielle Sorgen seiner künstlerischen Laufbahn widmen. Nach Aufenthalten in London und Dresden, die auch dem Studium der Violine gewidmet waren, entschied er sich für die Malerei und zog 1896 nach Paris, um bei Olivier Merson (1846–1920) Unterricht zu nehmen. 1914 kehrte er in die Schweiz zurück und liess sich in Lausanne nieder. Er lebte zurückgezogen und fand wenig Anerkennung, unter seinen Freunden befanden sich vor allem Schriftsteller wie Charles-Ferdinand Ramuz oder Gustave Roud und Musiker wie der Komponist Igor Strawinsky oder der Dirigent Ernest Ansermet; von den Zirkeln der Maler und Bildhauer hielt er sich fern. Der Bildbau von Auberjonois beruht auf einer rigorosen Vereinfachung des Raums und des Ausdrucks, das anfänglich stark buntfarbige Kolorit entwickelte sich immer mehr zu einer auf wenige Töne reduzierten, dunkeltonigen Farbgebung. Auberjonois ging von den Vorbildern Cézanne und Modigliani aus und liess sein Werk langsam reifen. Anerkennung fand er zunächst bei privaten Sammlern aus der Deutschschweiz, zu den Käufern seiner Werke gehörte seit den frühen 1920er Jahren auch die Eidgenossenschaft. 1942 richtete ihm das Kunstmuseum Winterthur eine Retrospektive ein, 1948 vertrat er mit drei weiteren Malern die Schweiz an der Biennale von Venedig, 1955 nahm er mit seinen Bildern an der ersten Documenta in Kassel teil. In seiner Hommage an das Gemälde, das Edouard Manet 1863 gemalt hat, stülpt Auberjonois die Komposition seines Vorbildes um, nimmt ihr das Provokative und etabliert ein neues Gleichgewicht zwischen den Figuren. In einem Brief an seinen Mäzen, Alfred Werner, der ihm das Werk 1946 abkaufte, schrieb Auberjonois, das Werk sei eines der wenigen Bilder, das ihn zufriedenstelle in seinem löcherigen Schaffen. Dennoch hielt der Künstler seine «Olympia» wenige Jahre später für unvollendet. Das Gemälde blieb bis 1989 in der Sammlung von Alfred Werner, aus der es die Eidgenossenschaft ankaufte. Es ist im Werkkatalog des Künstlers unter der Nummer 644 erfasst. 2016/Ingrid Dubach-Lemainque//Übersetzung: BAK LING
Erwerbungsjahr
1989
Provenienz
René Auberjonois, Lausanne/VD (1943–1946); Alfred Werner, Winterthour/ZH (1946–1989); Confédération suisse. Source: Archives des Collections d'art de la Confédération, Berne
Sammlung
Gottfried Keller-Stiftung
Standort
Kunst Museum Winterthur