Material/Technik
Öl auf Leinwand
Beschreibung
Der Junge mit dem Dreispitz und der blauen Schleife im Haar ist vertieft in den Bau eines Kartenhauses. Seit den frühen 1730er Jahren widmete sich Chardin der Genremalerei und zeigte bevorzugt Kinder beim Spielen. Die Themenwahl korrespondierte mit dem Zeitgeist, denn in der Mitte des 18. Jahrhunderts fand in Frankreich erstmals eine theoretische Beschäftigung mit der Kindheit als eigenständiger Lebensphase statt. Zum Motiv des Kartenhauses, das sinnbildlich auch für die Vergeblichkeit des menschlichen Strebens gelesen werden kann, schuf Chardin mindestens fünf Versionen, die sich heute u.a. in der National Gallery in London, der National Gallery of Art in Washington und den Uffizien in Florenz befinden.
Provenienz
Möglicherweise Sammlung Louis-François Trouard; Auktion Trouard, Paris, 22. Februar 1779, Nr. 44, an Dulac; Sammlung Jacques Doucet, seit 1899; Auktion Doucet, Paris, 6. Juni 1912, Nr. 135, für 190 000 Francs; Wildenstein & Cie., Paris; ebenda erworben 1922; Schenkung Dr. h.c. Oskar Reinhart an die Schweizerische Eidgenossenschaft 1958/1965
Literatur
Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz» Winterthur. Gesamtkatalog, hrsg. von Mariantonia Reinhard-Felice, 2003, S.: 246-249, Abb. S.: 247, Kat.: 42.
Sammlung
Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz», Winterthur