Inventarnummer
GKS283
Objekttyp
Gemälde
Masse
149.5 x 104.5 cm
Beschreibung
Arnold Böcklin zählt zusammen mit Johann Jakob Bachofen, Jacob Burckhardt und Friedrich Nietzsche zu den prominentesten Vertretern der Basler Neu-Renaissance. Nach einem ersten Unterricht bei Ludwig Adam Kelterborn studierte er an der Akademie von Düsseldorf, wo er Rudolf Koller kennenlernte, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. Eine weitere Ausbildung im Atelier von Calame brach er kurzerhand ab und begab sich nach Rom. Unter dem Eindruck Italiens erhielt seine Landschaftsmalerei ihre unverkennbare Prägung. Nach seinem Wegzug aus Basel wirkte Böcklin in Rom, München, Weimar, Zürich und Florenz. In seiner Behandlung der griechischen Mythologie und in den daraus abgeleiteten Figurenbildern vollzieht sich der Wandel von einer allegorischen zu einer symbolistischen Malerei. Sie illustriert nicht mehr den Bildungskanon, sondern behandelt – meist mit einer leisen Ironie – das allgemein Menschliche. Böcklin gehörte für zwei Jahre der 1888 gegründeten Eidgenössischen Kunstkommission an (1888–1890), 1889 verlieh ihm die Stadt Zürich das Ehrenbürgerrecht und die Universität Zürich den Ehrendoktor. 1897, 1901 und 1926 waren Werke Böcklins an der Biennale von Venedig ausgestellt. Böcklins Bild von der Pest fehlt in keiner Geschichte über die todbringende Seuche. Die Pest, eine weibliche Figur mit fliegenden Zöpfen, einem um den Kopf gewickelten Lumpen und aschfahler Haut, fegt auf einem Drachen mit Fledermaus-Flügeln durch die Strasse eines Städtchens. Während ihr Reittier den Leuten seinen Pesthauch ins Gesicht bläst, holt sie drohend mit ihrer Sense aus. Wo sie vorbeikamen, liegen die Toten auf der Strasse oder taumeln die Kranken in ihrer Agonie. Wie als Zusammenfassung des tragischen Geschehens wirft sich im Vordergrund eine Frau in rotem Gewand über eine ganz in Weiss gekleidete junge Frau, die ausgestreckt auf dem Pflaster liegt. Dem in Öl auf Holz ausgeführten Gemälde gingen eine Tuschzeichnung mit dem Titel «Cholera» von 1876 sowie ein Entwurf von 1897 voraus. Das Gemälde von 1898 wurde 1901 von der Gottfried Keller-Stiftung aus dem Nachlass des Künstlers gekauft und ist im Werkkatalog von 1977 unter der Nummer 471 verzeichnet. 2017/Susanne Schneemann
Erwerbungsjahr
1901
Provenienz
Arnold Böcklin, San Domenico, Italien (1898–1901); Nachlass Arnold Böcklin, Florenz, Italien (1901); Schweizerische Eidgenossenschaft. Quelle: Archiv der Kunstsammlungen des Bundes, Bern
Literatur
Rolf Andree, Arnold Böcklin. Die Gemälde, 1977, Kat.: 471.
Sammlung
Gottfried Keller-Stiftung
Standort
Kunstmuseum Basel